Tätigkeitsfelder

Die Tätigkeiten des Sozialen Dienstes der Justiz gliedern sich überwiegend in folgende Bereiche:

Bewährungshilfe

Bewährungshilfe umfasst die Begleitung von Tätern mit positiver Sozialprognose, die vorzeitig aus der Haft entlassen oder nicht inhaftiert werden. Der Bewährungshelfer steht dem Probanden helfend und betreuend zur Seite und überwacht die Erfüllung richterlicher Auflagen und Weisungen.

Die Aufarbeitung der Straftat ist eine wichtige Voraussetzung für eine zukünftige Straffreiheit von Probanden. Dabei soll bei dem Probanden eine Veränderung bewirkt werden, die ihn befähigt, in Zukunft ein straffreies Leben zu führen. Durch gezielte Übungen werden neue Kompetenzen entwickelt und bisherige Defizite abgebaut.

Neben der Einzelfallhilfe, die auf den besonderen Hilfe- und Kontrollbedarf des Probanden abgestellt ist, findet in der Bewährungshilfe auch Gruppenarbeit statt. Seit 1998 finden regelmäßig Kurse des "Magdeburger Anti-Gewalt-Trainings (AGT)" statt. Darin wird Straftätern mit einer Gewaltproblematik die Gelegenheit gegeben, sich mit den Ursachen des eigenen Verhaltens auseinanderzusetzen und gezielt Techniken zur Vermeidung von Gewalt und Straffälligkeit zu erlernen. Darüber hinaus gibt es Indikationsgruppen zu spezifischen Problemfeldern wie „Drogen- und Alkoholabhängigkeit“ und "Schuldenregulierung". Auch erlebnispädagogische Maßnahmen werden in der Bewährungshilfe zunehmend angeboten.

Führungsaufsicht

Führungsaufsicht wird gerichtlich angeordnet bei Straftätern mit einer negativen Legalprognose, die aus dem Straf- oder aus dem Maßregelvollzug entlassen worden sind. Vorrangig sind hier Führungs- und Kontrollaufgaben, die in enger Abstimmung mit der zentralen Führungsaufsichtsstelle bei dem Landgericht Magdeburg erfüllt werden.

Gerichtshilfe

Gerichtshilfe unterstützt in staatsanwaltschaftlichen und gerichtlichen Verfahren, indem sie Daten zu Persönlichkeit, zur Lebenssituation und zum sozialen Umfeld von Tatverdächtigen und Verurteilten auswertet. Damit trägt sie zu einer sachgerechten Entscheidung im Straf- und Vollstreckungsverfahren bei. Hinzu kommen das Vermitteln und Überwachen gemeinnütziger Arbeit, insbesondere zum Abwenden von Ersatzfreiheitsstrafen.

Zur Vermittlung gemeinnütziger Arbeit bedient sich der Soziale Dienst der Justiz zunehmend  der Angebote Freier Träger in der Straffälligenhilfe wie beispielsweise dem Verein „Rückenwind e.V.“ in Dessau.

Täter-Opfer-Ausgleich

Ziel des Täter-Opfer-Ausgleichs ist es, parallel zu einem polizeilichen Ermittlungsverfahren gemeinsam mit Tätern und Opfern eine außergerichtliche Wiedergutmachung zu ermöglichen. Die Fallzuweisung erfolgt direkt durch die Staatsanwaltschaften. In Sachsen-Anhalt wird der Täter-Opfer-Ausgleich in erster Linie durch freie Träger durchgeführt. Speziell geschulte Konfliktschlichter in insgesamt 17 Vereinen bieten unter der Trägerschaft des "Landesverbandes für Kriminalprävention und Resozialisierung Sachsen-Anhalt e.V." Angebote zum Täter-Opfer-Ausgleich an.

Konfliktschlichtung durch den Sozialen Dienstes erfolgt in etwa jedem zehnten Fall.

Der Täter-Opfer-Ausgleich funktioniert nur auf der Basis von Freiwilligkeit und in dem ernsthaften Bemühen um Wiedergutmachung und Ausgleich. Wiedergutmachungen können in der öffentlichen Entschuldigung beim Geschädigten, der Zahlung von Schmerzensgeld oder eines Schadensersatzes sowie der Ableistung gemeinnütziger Arbeit zur Schadensregulierung gesehen werden.

Informationen zur Förderung des Täter-Opfer-Ausgleiches im Rahmen von Entscheidungen der Staatsanwaltschaften, Gerichte und Gnadenbehörden finden Sie über diesen Link.

Opferberatung und Zeugenbetreuung

Sachsen-Anhalt hat als erstes Bundesland Anfang der neunziger Jahre eine staatliche Opferberatung und Zeugenbetreuung durch den Sozialen Dienst der Justiz eingerichtet. Die Opferberatung wird flächendeckend in allen sechs Dienststellen des Sozialen Dienstes durch speziell geschulte Mitarbeiter angeboten. Dieses Angebot umfasst die Beratung und Betreuung von Opfern von Straftaten und deren Angehörige. Das Vorliegen einer Anzeige ist keine Voraussetzung für eine Beratung.

Die Gespräche finden in den Diensträumen der Opferberaterinnen und auf Wunsch auch zu Hause oder im Krankenhaus statt.

Die Zeugenbegleitung wird als Hilfsangebot bei dem Landgericht Magdeburg für Opfer von Straftaten angeboten, die als Zeugen in Strafverfahren aussagen. Ein speziell eingerichtetes Zeugenschutzzimmer steht hier zur Verfügung. In Dessau und Halle wird die Zeugenbetreuung durch Vereine in enger Zusammenarbeit mit den Sozialen Diensten der Justiz angeboten.

In der Opferberatung und Zeugenbegleitung können Opfer von Straftaten umfassend über ihre Situation informiert werden und praktische Hilfe erhalten. Mitarbeiter leisten Betreuung in Krisensituationen und können psychosoziale Langzeitberatung anbieten. Auch der Aufbau von Selbsthilfegruppen oder die Vermittlung an eine andere Betreuungseinrichtung kann ein Ergebnis der Arbeit mit Opfern und Zeugen sein.

Die Beratung und Betreuung von Opfern und Zeugen ist unentgeltlich, erfolgt auf freiwilliger Basis und wird streng vertraulich behandelt.

Opferberatung - Zeugenbetreuung Deutsch
Opferberatung - Zeugenbetreuung

Opferberatung - Zeugenbetreuung 
Ein Angebot des Sozialen Dienstes der Justiz
11. Auflage, September 2017
weitere Informationen zur Publikation "Opferberatung - Zeugenbetreuung"

This leaflet 'Victim counselling - Witness services' in other languages click link please.
(Arabic, Chinese, English, French, Russian, Spanish, Turkish, Vietnamese)

Opferschutz
OPFERSCHUTZ - OPFER SCHÜTZEN!

OPFERSCHUTZ - OPFER SCHÜTZEN! Sachsen-Anhalt
Hilfe und Informationen
1. Auflage, Juli 2015
In Papierform zur Zeit vergriffen!
weitere Informationen zur Publikation "OPFERSCHUTZ-OPFER SCHÜTZEN!"

Opferschutz in Leichter Sprache
OPFERSCHUTZ - OPFER SCHÜTZEN! Leichte Sprache

OPFERSCHUTZ - OPFER SCHÜTZEN! Sachsen-Anhalt
Hilfe und Infos in Leichter Sprache
1. Auflage, Juli 2015
In Papierform zur Zeit vergriffen!
weitere Informationen zur Publikation "OPERSCHUTZ - OPFER SCHÜTZEN!" in Leichter Sprache

Opfermerkblatt

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat ein bundeeinheitliches Merkblatt herausgegeben. Das Merkblatt für Opfer einer Straftat" können Sie sich über diesen Link herunterladen. Das Merkblatt steht auch in weiteren Sprachen zur Verfügung. Weitere Informationen des Bundesjustizministeriums zum Thema finden Sie über diesen Link.

Projekte

Projektarbeit ist ein entscheidender Motor, um die Qualitätsentwicklung im Geschäftsbereich zu fördern. Die Projekte sind zeitlich befristet und arbeiten ergebnisorientiert an der Erfüllung konkreter Aufgaben. Dabei beziehen sich Inhalte und Aufgaben der Projektarbeit auf unterschiedliche Ebenen des Geschäftsbereichs: Zum einen wird Projektarbeit gezielt zur Pflege und Weiterentwicklung des internen Qualitätsmanagement-Systems eingesetzt, zum anderen erfährt Projektarbeit ihren Einsatz in der direkten oder indirekten Arbeit mit den Probanden und Klienten des Sozialen Dienstes der Justiz. Hier dient die Projektarbeit beispielsweise dazu, neue Methoden und Techniken in der Gruppenarbeit zu erproben und zu bewerten.