Zuwendungen zu Maßnahmen des Täter-Opfer-Ausgleiches

Allgemeines

Der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) ist eine bundesgesetzliche Verpflichtung (§§ 153 a Absatz 1 und 155 a der Strafprozessordnung sowie § 46 a des Strafgesetzbuchs) und zielt darauf ab, die nach einer Straftat zwischen Tätern und Geschädigten bestehenden Probleme, Belastungen und Konflikte unterstützt durch einen Vermittler zu bereinigen. Ziel des TOA ist die Wiederherstellung des Rechtsfriedens und eine Aussöhnung zwischen Täter und Opfer als Alternative zur Strafe oder als strafreduzierende Maßnahme (§§ 46 a Nummer 1, 46 Absatz 2 und 56 Absatz 2 des Strafgesetzbuchs).

Durch einen gemeinsamen Runderlass des Ministeriums der Justiz, des Ministeriums des Innern und des Ministeriums für Gesundheit und Soziales vom 29. April 1996 (Ministerialblatt für das Land Sachsen-Anhalt 1996, Seiten 163 f.) wurden „Richtlinien zur Förderung des Täter-Opfer-Ausgleiches im Rahmen von Entscheidungen der Staatsanwaltschaften, Gerichte und Gnadenbehörden“ erlassen, welche die Durchführung des TOA nach allgemeinem Strafrecht und nach Jugendstrafrecht regeln. Die Richtlinie bestimmt, dass die Durchführung des TOA dem Sozialen Dienst der Justiz des Landes Sachsen-Anhalt obliegt, sofern nicht andere Träger, Vereine oder Einrichtungen der freien Straffälligenhilfe den Täter-Opfer-Ausgleich durchführen können.

Unter der fachlichen und organisatorischen Anleitung des Landesverbandes für Kriminalprävention und Resozialisierung Sachsen-Anhalt e. V. in Magdeburg wurde seit 1994 ein Netz von Schlichtungseinrichtungen privater Vereine geschaffen, das unter Einbeziehung der Konfliktschlichterinnen oder Konfliktschlichter des Sozialen Dienstes der Justiz des Landes Sachsen-Anhalt den TOA landesweit durchführt.

Vermittlungen im Rahmen des TOA dürfen nur von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen wahrgenommen werden, die über eine Ausbildung als Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge oder eine vergleichbare Qualifikation verfügen und die Zusatzausbildung zum Konfliktberater oder eine vergleichbare Mediationsausbildung absolviert haben.

Die Durchführung des TOA erfolgt unter der Anwendung von TOA-Standards, die vom DBH e.V. - Fachverband für soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik herausgegeben worden sind.

Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds einschließlich Kofinanzierungsmitteln des Landes Sachsen-Anhalt (Bewilligungsstelle: Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt) und aus gesondert vorgehaltenen Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt (Bewilligungsstelle: Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt).

Antragstellung

Anträge auf die Gewährung von Zuwendungen richten Sie bitte an das:

Ministerium für Justiz und Gleichstellung
des Landes Sachsen-Anhalt
Sozialer Dienst der Justiz
Domplatz 2 - 4
39104 Magdeburg

Ansprechpartner: Herr Heinz-Peter Blischke,
Telefon: 0391 567-6044,
E-Mail: Heinz-Peter.Blischke(at)mj.sachsen-anhalt.de 

Das Antragsformular erhalten Sie über die vorgenannte Kontaktadresse.